Vorhin habe ich einen Tweet von @seitics bei Twitter gelesen, der (hoffentlich) ironisch ist:
Der Curiosity-Rover sendet aktuell mit 8-32 kbit/s, später mit 2 MBit/s. Das ist schneller als manches Dorf-DSL. Explain, Staatsregierung!
Ihr kennt mich, ich nehme solche Aussagen gern mal auseinander und werde das natürlich auch mit diesem Tweet tun. Denn der Vergleich hinkt an allen Ecken und Enden.
1. Der Mars braucht etwa 2 Erdjahre, um um die Sonne zu kreisen. Das heißt: Er verändert seine Position relativ zur Erde regelmäßig: Er ist also mal 100 Millionen Kilometer näher und mal weiter weg. Und wenn die Sonne dazwischen steht, gibt’s 2 bis 3 Wochen gar keinen Empfang.
2. Außerdem muss man die Signallaufzeiten einrechnen: Nehmen wir mal zur Vereinfachung eine Google-Suche: Der Mars-Rover sendet die Frage ab, dann dauert’s ca. 10 bis 20 Minuten, bis die im Google-Rechenzentrum angekommen ist. Und die Antwort braucht nochmal so lange.
3. Der Mars dreht sich natürlich auch noch um sich selbst. Das dauert etwa 24 Stunden. Und nun kommt die Antenne des Rovers ins Spiel: Die muss aufs Grad genau zur Erde gerichtet sein. Das kann etwa 1 Stunde täglich aufrecht erhalten werden, danach ist wieder Schluss.
4. Wenn die Sende- oder Empfangseinheit einen Fehler hat, dann ist es das gewesen: Man kann nicht schnell irgendwo anrufen und den Port resetten oder das Gerät aus- und einschalten. Der Kontakt ist dann endgültig fort.
Na? Überlegt jetzt immer noch jemand, auf den Mars zu ziehen, weil dort das Internet schneller als bei ihm auf dem Dorf ist? :-)






Name: Thomas Friedrich | Datum: 10.08.2012 | Zeit: 13:27
Bisschen am Thema vorbei, oder?
Thema des Tweets war die reine Geschwindigkeit und nicht die Rahmenbedingungen unter welchen diese zustande kommen kann.