Einsamer Kampf von Steffen Hubschrauber (Teil 1)

Nachlesen: Teil 2, Teil 3, Teil 4

Ihr ahnt es bereits: Der Name ist natürlich eine Erfindung. Genau wie bei Familie Fellmann damals auch schon. Allerdings ist es diesmal nicht auf bestimmte Personen bezogen, sondern eine ganze Gruppe von (ich nenne sie mal so) militanten Online-Nervbolzen.

Wie der Name es vermuten lässt, ist Steffen Hubschrauber ein Fluglärmgegner. Und man kann ihn ja auch irgendwo verstehen: Wer in der Nähe des Flughafens wohnt – wobei „Nähe“ den Umkreis von 30 km meint – hat hin und wieder ein Flugzeug in Hörweite.

Wer in dem Umkreis von 30 km lebt, hat also schon immer Krach von Flugzeugen im Ohr. Das kam nicht erst mit der Eröffnung der neuen Landebahn. Was passiert ist: Der Korridor wurde etwa 2 km nach Norden vergrößert. Kurz: Lärm ist da nicht neu, sondern nur etwas lauter.

Auf Deutsch: Das ist nicht unerwartet. Das ist ungefähr so, wie wenn man ein Haus baut, was nur einen Steinwurf vom Rhein entfernt ist. Alle drei bis fünf Jahre kommt der Fluss im Herbsturlaub vorbei und mietet sich zwei Wochen im Keller ein. Total überraschend – Ihr versteht…?

Und nun kommt das Internet ins Spiel: Da darf sich jeder austoben. Ob er Ahnung von Marketing hat oder nicht, ist völlig egal: Jeder kann eine Facebook-Seite eröffnen, Kommentare schreiben, Gruppen eröffnen oder Beiträge auf den Facebook-Seiten von Unternehmen posten.

Steffen Hubschrauber sieht sich selbst als wichtigste Person und fabriziert Spam. Das läuft dann ungefähr so: Als eine Studie herauskam, nach der Fluglärm das Herzinfarkt-Risiko erhöht, dauerte es keine zehn Minuten, bis der Spiegel-Artikel über die Studie überall verlinkt war.

Auf den Facebook-Seiten der Airlines, die von Frankfurt operieren, auf der Seite des Flughafens und so weiter – überall wurde der Artikel gepostet. Aber nicht nur einmal. Auf der Facebook-Seite der Lufthansa war er zehn Mal hintereinander von verschiedenen Leuten. In 1 Stunde.

Das ist das typische Verhalten: Jeder postet wild drauf los, statt zu schauen, was schon gepostet wurde. Jeder einzelne Steffen Hubschrauber ist ein Beispiel für den unorganisiertesten Haufen, der mir in meiner 14-jährigen Internetlaufbahn je untergekommen ist.

Statt sich zu vereinigen und organisierte Kampagnen zu fahren, plauzt jeder heraus, wie er meint. Hilfreich ist das selten, denn – ganz im Gegenteil – wird durch irgendwelche Aktionen oft sogar der Ruf der Fluglärmgegner ruiniert.

Das behandle ich dann in Teil 2. Stay tuned…

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