Einsamer Kampf von Steffen Hubschrauber (Teil 2)

Nachlesen: Teil 1, Teil 3, Teil 4

Vorab: Durch die neue Landebahn wurde einigen Leuten, die hier seit 40 und mehr Jahren leben, eine Einflugschneise übers Dach gebaut. Da habe ich vollstes Verständnis für deren Ärger. Es gibt aber Leute, z.B. aus Offenbach, die so tun, als hätte die neue Bahn ihr Leben zerstört.

Ich habe selbst eine Weile in Offenbach gelebt und weiß, wie es ohne Nachtflugverbot ist. Wenn Jumbos nachts um 3 übers Haus donnern. Obwohl – so genau weiß ich das gar nicht, denn ich schlief ja zu der Zeit. In Offenbach wurde es durch das Nachtflugverbot also sogar ruhiger.

Da ist es dann auch kein Beinbruch, wenn um 23:10 schnell noch eine verspätete Embraer drüber huscht, weil sie ein Gewitter umfliegen musste. Danach ist es dann ja relativ still. Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen, denn es soll ja um die Steffen Hubschraubers gehen.

Ich hatte auf der Facebook-Seite von Frankfurt Airport eine Frage gestellt (der Beitrag ist leider inzwischen gelöscht worden): Ich hatte beim Filmen Erd- und Schotterhügel gesehen und wollte wissen, was da gebaut wird. Von einem Facebook-User bekam ich eine Antwort.

Man baut dort eine Abwasseranlage, weil später ein neuer Rollweg entstehen soll. Damit war das Thema für mich erledigt – eigentlich! Denn nun schaltete sich so ein Steffen Hubschrauber ein und fragte mich, ob ich wieder spotten war. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich nicht, was kommt.

Ich nahm an, dass jemand, der so fragt, selbst spottet und schrieb sowas wie „Ja klar. Was gibt es schöneres als den Klang einer startenden 747?“ und postete ein Video zur Verdeutlichung. Damit hatte ich aber die Büchse der Pandora geöffnet…

Schon brach es über mich herein: Fluglärm, Gesundheit, Kinder, Zukunft, Preise für Gebäude und Grundstücke. Also Sachen, die mich in dem Moment absolut nicht interessiert hatten. Ich schrieb als Kommentar, dass ich mir solchen unpassenden Spam verbitte. Großer Fehler!

Darauf fing er an, meine Facebook- und Blog-Posts zu durchwühlen. Er warf alles auf den Tisch, was ich die letzten Monate mal (im Jux) über Fluglärmgegner schrieb. Auf der Facebook-Seite einer Bürgerinitiative wurde sogar so ein Post von mir verlinkt und dem Mob vorgeworfen.

Ihr kennt ja auch das Phänomen der Schwarmintelligenz im Internet: Einfach ein Zitat ohne jeden Zusammenhang in den Raum werfen und schon hat man die Hassfigur kreiert: Mich. Da wurden aufgrund eines (!) Postings wildeste Spekulationen über meinen Geisteszustand gemacht. :-)

Ich machte mir mal 2 Minuten Arbeit, googlete nach dem Namen dieses Steffen Hubschrauber und fand heraus, dass er mit seiner Familie scheinbar bei jeder Demonstration zu finden ist, bei der es gegen Fluglärm geht. Und Sprecher dieser Bürgerinitiative ist er offenbar auch.

Ich verstehe noch, wenn das jemand auf seinem persönlichen Profil bei Facebook macht. Aber im Namen einer Bürgerinitiative versuchen, Leute zu diskreditieren? Das ist armselig. Von Marketing und ordentlicher Öffentlichkeitsarbeit haben die eben alle keinen Plan, wie man sieht.

Hatte ja im ersten Teil geschrieben: Nichts ist gebündelt, sondern es gibt viele Initiativen, die im Prinzip alle das Selbe wollen. Die machen auf mich aber eher den Eindruck als würden sie im Wettkampf miteinander stehen.

Offenbar geht es denen nur darum, die meisten „Likes“ bei Facebook zu bekommen und so oft wie möglich ihr Gesicht ins Lokalfernsehen zu bringen. Menschen, die wirklich betroffen sind, werden von solchen Leuten nicht vertreten, sondern eher noch ins Lächerliche gezerrt.

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