Hört endlich auf, rumzuheulen!

Bei Twitter habe ich heute diese Nachricht geschrieben:

Jetzt, wo bei YouTube fast kein Video mit Musik mehr verfügbar ist, solltet Ihr vielleicht anfangen, die Musik zu kaufen, die Ihr hört…

Ich bin es Leid, ständig dieses Gejammer zu lesen und zu hören! Wenn man ein Brötchen essen möchte, kauft man eins oder die Zutaten und backt es selbst. Wer in den Urlaub will, bucht eine Reise oder tankt das Auto voll und fährt selbst. Man konsumiert und zahlt dafür. Völlig normal.

Warum soll es bei Musik anders sein? Wenn ein Künstler mit seiner Musik Geld verdienen möchte, dann respektiert das gefälligst und bezahlt dafür, wenn Ihr sie hören möchtet. Aber haltet bitte die Backen, wenn es nicht über halblegale Weise kostenlos möglich ist.

Ich will keine Diskussion zum Thema „Böse Musikindustrie“ oder „Böse GEMA“! Wenn ein Künstler entschieden hat, sich an ein Label/einen Verlag zu binden und Geld für seine Musik zu bekommen, dann ist das eben so! Ihr wollt ja auch Geld dafür, dass Ihr arbeiten geht.

Ihr wollt auch nicht, dass Euer Stundenlohn um einen Euro gekürzt wird, weil jemand der Meinung ist, andere bekommen auch nur so wenig, deshalb habt Ihr nicht mehr verdient. Holt jetzt nur nicht das Totschlagargument „Das kann man nicht vergleichen!“ raus. Man kann es vergleichen!

Wenn Ihr legal kostenlos Musik hören wollt, dann ladet Euch Musik runter, die unter CC- oder einer anderen kostenlosen Lizenz steht. Aber haltet bitte endlich die Füße still, wenn kommerzielle Musik für Euch nicht verfügbar ist. Wer kein Geld für ein Fahrrad ausgeben will, muss laufen…

7 Kommentare zu diesem Artikel

Name: L.E.  |  Datum: 6. Januar 2011  |  Zeit: 21:54

Sehe ich grundsätzlich genauso.
Bei YouTube muss man allerdings beachten, dass durch die Werbeeinnahmen, sprich letztlich dem User, ja die eine oder andere (finanzielle) Einigung mit der Musikindustrie getroffen wurde. Also ist es schon in irgendeiner Weise verständlich, sich bei sowas zu etwas aufzuregen.

Name: NetzBlogR  |  Datum: 7. Januar 2011  |  Zeit: 00:18

Auch wenn YouTube gewisse Einigungen mit diesem oder jenem Verlag hat, besitzt man noch lange nicht das Recht, sich darüber aufzuregen, dass ein Song nicht verfügbar ist:

Genauso kann man sich nicht darüber aufregen, dass man sich ein Fußball-Spiel per Livestream – weil man kein SKY-Abo hat – ansehen will und der Stream ständig puffert.

Das ist eben Pech. Jeder hat die Chance, sich die Leistung 100% funktionierend zu holen. Wenn man etwas nutzen will, was eigentlich Geld kostet, dann zahlt man dafür oder hält die Backen still, wenn’s nicht funktioniert.

Name: L.E.  |  Datum: 7. Januar 2011  |  Zeit: 01:02

Stimmt schon. Aber indirekt bezahlen wir es ja durch die Werbung. Und da ist es gutes Recht, sich diese Leistung zurück zu holen. Oder fragt das Unternehmen X seine Kunden vorher, ob es bei YouTube werben soll? Nein, es hebt einfach die Preise für die horrenden Werbekosten an.

Beim Sky-Abo z.B. seh ich es allerdings genauso wie du. Das ist eine Straftat und da darf man nicht meckern.

Name: NetzBlogR  |  Datum: 7. Januar 2011  |  Zeit: 01:27

Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass es die Verkäufe ankurbelt, wenn Musik in YouTube-Videos nicht gesperrt wäre? Da stellt man sich eine Playlist zusammen und hätte gratis ein ganzes Album. Gratis.

Man kann die Musik aus den Videos auch ganz einfach rippen – völlig ohne Tauschbörse und ohne Angst vor Filesharing-Abmahnungen. Das ist doch ideal für die Leute, die nichts für die neue Lady-Gaga-Single zahlen wollen.

Was ich mir vorstelle: YouTube könnte Premium-Accounts anbieten, wo man regelmäßig eine Gebühr bezahlt und dann alle Videos ansehen kann (ohne Sperre). Davon würde dann auch die Musikindustrie profitieren.

Doof nur, dass selbst 1 Cent pro Monat den meisten Usern wieder zu viel wäre…

Name: elv  |  Datum: 7. Januar 2011  |  Zeit: 14:07

Naja ich seh das ein bisschen anders. Ich versteh total, dass man diesen Brötchenvergleich versucht, aber das Internet hat eigene Regeln.
Viele Musiker sind doch erst durch Youtube und die weltweite Sharingmöglichkeit groß geworden. Das gemeinsame Youtuben auf Partys etc. ist so ein Phänomen, das sich entwockelt hat und das nun eher unschön wird.
Die Musikindustrie muss mit der gewaltigen viralen Bewegung klarkommen und in Zukunft eher auf Konzerte und andere Möglichkeiten setzen und kann nicht einfach erwarten, dass sie ein Industroezweig sind, der hundert Jahre gleich funktioniert.
Im Nachinein alles verbieten oder mit Werbung vollzuknallen ist eben nicht immer die richtige Lösung und schon gar nicht bei einer derartig gewaltigen Veränderung des Nutzerverhaltens.

PS: Ich kaufe mir in regelmäßigen Abständen Musik und manchmal sogar Cds (!)
( :

Liebe Grüße

Name: NetzBlogR  |  Datum: 7. Januar 2011  |  Zeit: 15:27

Ich habe ja nichts dagegen, YouTube als Promotion-Plattform für unbekannte Künstler zu nutzen. Das geht aber eben nur, solange man noch unbekannt ist. Wenn man irgendwann den Durchbruch geschafft hat und kommerziell arbeitet – sollte man nicht mehr als „der hat früher mal kostenlos Musik gemacht“ angesehen werden.

Ich sage immer: Wenn man Autos, Essen und Gebäude so einfach im Internet bekäme, wie es bei Musik und Filmen geht, würden sich alle ihren Wagen im Netz ziehen und immer vollgefressen in einem Schloss wohnen.

Deshalb finde ich es ziemlich unfair, der Musikindustrie jetzt vorzuwerfen, sie müsse damit klarkommen oder sie hätte versäumt, gute Vertriebswege zu erfinden. Die gibt es nämlich nicht, denn ihre Erzeugnisse sind nunmal leider recht einfach zu vervielfältigen.

Und selbst die beste Vertriebsidee ist unnütz, solange es Leute gibt, die nicht bezahlen wollen, obwohl sie etwas nutzen, was Geld kostet.

Name: elv  |  Datum: 14. Januar 2011  |  Zeit: 09:50

Mehr Konzerte geben udn die auch teurer machen, find ich eine fesche Idee.

Hinterlasse einen Kommentar





Alle mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden. Die eMail-Adresse wird nicht offen dargestellt.

Ich erlaube mir, reine Werbeeinträge oder persönliche Beleidigungen zu löschen. Anonyme Kommentare werden generell nicht mehr freigeschaltet: Ich schreibe hier als reale Person und darf erwarten, dass jeder zu der Meinung steht, die er äußert.