Ich habe Recht, ich habe eine Studie!

Einer neuen Studie zufolge erhöht Fluglärm das Risiko, an Herzbeschwerden, Diabetes oder an psychischen Problemen zu erkranken. Den Wissenschaftlern nach wird es in den nächsten 10 Jahren 3.400 Todesfälle in Rhein/Main geben, die auf Fluglärm zurückzuführen sein sollen.

Die Studie ist allerdings nicht unumstritten, denn andere Einflüsse sind so gut wie gar nicht in Betracht gezogen worden und jetzt ganz allein die Flugzeuge dafür verantwortlich zu machen, hat schon etwas Absurdes.

Sein wir ehrlich: Solche Krankheiten gibt es überall. Schlechte Ernährung, Stress auf der Arbeit, schwere Krankheiten in der Familie, finanzielle Schieflagen, Schimmel in der Wohnung oder ein Unfall sind nur ein ganz kleiner Teil von Einflüssen.

Trotzdem dürfte die Studie von den Flughafengegnern gern genommen werden, denn mit „Es gibt wissenschaftliche Studien!“ kann man besser als mit „Ich kenne viele, die keine Probleme damit haben.“ zu argumentieren.

Dabei haben sich viele der Menschen, die sich jetzt in Bürgerinitiativen organisieren, selbst in diese Lage gebracht: Sie kauften günstige Baugrundstücke oder Häuser, weil die auch schon vor Jahren in guter Hörweite zu den Flugzeugen waren.

Aber jetzt beschweren sie sich, weil der vorher bereits vorhandene Krach völlig überraschend lauter – weil näher gekommen – ist. Das ist, wie wenn man ein Haus mit gutem Rheinblick baut und sich dann beschwert, dass der Fluss 5 Jahre später im Keller Urlaub macht.

Ich sag’s nur nochmal dazu, bevor ich mir wieder böses Blut einhandle: Es gibt natürlich auch Menschen, die seit 50, 60 Jahren ein Haus haben und denen eine neue Anflugroute übers Dach gebaut wurde. Die haben mein vollstes Mitgefühl.

Aber diese Leute treffen sich nicht in diesen unorganisierten Interessengemeinschaften, wo jeder nur seine eigene Publicitygeilheit ausleben und möglichst viele „Fans“ für seine Facebook-Seite haben will.

Die haben einen Krieg erlebt und sind froh, dass sie überhaupt noch leben. Die haben ganz andere Probleme als irgendwelche Blagen, die angeblich wegen des Fluglärms unter ADHS leiden, obwohl wahrscheinlich eher was in der Erziehung schief gelaufen.

Aber dafür könnte man auch einfach den Fluglärm verantwortlich machen. Denn hätte es den nicht gegeben, hätten die Eltern mehr Zeit für ihr Kind gehabt. Aber jetzt müssen sie ja alle drei Tage zur Besprechung mit der Bürgerinitiative.

Böser Fluglärm!

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