Irgendwann ist das Feuer raus

Als ich 6 Jahre alt war, lernte ich, wie man Geige spielt. Zwei Jahre später sattelte ich auf Cello um. Dazu kam später ein Jahr Klavier, doch dann wurde ich 15 und wollte an meinen Nachmittagen nicht doof in der Wohnung sitzen und Telemann, Haydn oder Mozart üben.

Zu meinem 15. Geburtstag bekam ich ein Keyboard – ein PSR-300 von Yamaha – geschenkt. Das ist inzwischen fast 17 Jahre alt, funktioniert aber noch super. Mal abgesehen von der Taste H2, die mich manchmal auch bei leichter Berührung mit einem Vollanschlag-Ton erschreckt.

 

Wer hätte damals gedacht, dass der sechsjährige Falk mal weltweit bekannt sein würde? Internet gab’s damals noch nicht und ich war Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik. Erst durch die Wende wurde es möglich, dass ich das Keyboard bekommen konnte.

Erst durch das Keyboard wurde es möglich, dass ich eigene Musikstücke schreiben konnte. Durch Computer konnte ich seit 1995 erste Gehversuche in Sachen Techno unternehmen. Erst durch das Internet konnte ich 10 Jahre später meinen ersten Plattendeal unterschreiben.

Es folgten Airplays auf Sunshine Live. Meine Nummern landeten auf Compilations wie „D.Trance“, „Welcome to the Club“ oder „OXA Trance“. Außerdem spielten Diggerman, TechnoClub-Resident Bluefire, Stoneface & Terminal, Les Hemstock uva. meine Musik. Weltweites Publikum also.

 

Musik war immer mein Hobby und wird es immer sein. Dass ich überhaupt so weit gekommen bin, ist mehr als ich jemals hätte träumen können. In den letzten zwei Jahren wurde es dann langsam dünn: Viele Einstiege, aber es wurde nichts mehr. Das Feuer war raus.

Ich habe lange mit mir gehadert, aber es bringt einfach nichts, sich selbst Druck zu machen, dass man doch mal wieder was Neues herausbringen müsste. Darum verkünde ich hiermit das Ende meiner Laufbahn als Musiker in produzierender Funktion.

 

In nächster Zeit werde ich mich vermehrt dem DJing widmen. Das ist neben der Musikproduktion auch etwas ins Stocken geraten. Diese kleine Fangemeinde will ich nicht auch noch verprellen. Ich bin dann jetzt also vorerst nur noch als DJ unterwegs.

Danke meinen Eltern und Schwestern, Martin (der erste Fan), Marco (SoundClub 2), Gehrmanns (meine Probehörer), Sascha Mystic (mein „Entdecker“), Andy Jay Powell, Dave Joy, Bluefire, Charly und alle, die meine Musik mögen und legal erworben haben. Danke für 26 Jahre Musik.

 

Bildquelle: Truls (Wikimedia)

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