Komm‘ unter meinen Schirm!

Als ich vor einem halben Jahr den Artikel „Diese Brüssel-Geilheit“ verfasst habe, war gerade die Rettung von Griechenland aktuell. Inzwischen wurde von der Euro-Verwaltung ein Rettungsschirm aufgespannt, der im Moment Irland den Arsch retten soll.

In einem Interview im Radio wurde heute ein Fachmann befragt, wie gut denn dieser Schirm eigentlich ist und er sagte sinngemäß: „Für kleine Länder wie Portugal oder Spanien reicht’s“, aber bei der Frage, wie es mit anderen Ländern – z.B. Italien – aussieht, war ich etwas verblüfft:

Italien ist eines der stärkeren Länder (was wohl immer wieder unterschätzt wird) und wenn die auch mal in eine Schieflage geraten sollten – die muss nicht mal so krass wie Irland sein -, dann war es das endgültig mit der Euro-Zone: So etwas kann selbst der Verbund nicht mehr stemmen.

Ich sah mich also einmal mehr bestätigt: Dieser ganze Europa-Mist bringt uns allen nur Probleme: Teile unserer – also auch meiner – Steuergelder gehen drauf, um deutsche Banken (HRE, etc.) zu retten. Allerdings werden damit z.B. Griechenland und jetzt auch Irland unterstützt.

Aber sein wir mal ehrlich: Dieses Geld wird doch nicht investiert, um etwas aufzubauen, was dann Gewinn abwirft. Nein, damit werden die Schuldenlöcher gestopft: Es wird nur dazu gebraucht, um überhaupt erstmal in die Nähe von „+/- 0“ zu kommen. Auf deutsch: Die Kohle ist fort!

Und was kommt dann? Länder, denen geholfen wurde, müssen das Geld zurückzahlen, das ihnen zu ihrer Rettung gegeben wurde. Wenn z.B. Irland einen Schuldenberg von (fiktiven) 150 Milliarden hatte und 100 Milliarden an Hilfe bekommen hat, sind irgendwann auch 100 Milliarden fällig.

Irland hätte nach der Hilfe 50 Milliarden Außenstände übrig. Diese wird es dann vielleicht auf 25 Milliarden verringert haben. Dazu kommen aber wieder die 100 Milliarden, die auch irgendwie zurück gezahlt werden müssen. Das macht dann 125 Milliarden Gesamtschulden.

Der Rettungsschirm ist also nur eine Art legalisierter Insolvenzverschleppung: Man gibt einem Land einen Kredit, damit es seine anderen Kredite bezahlen kann. Was mit dem neuen Kredit passiert, ist da erstmal relativ uninteressant.

Eigentlich sollte man den Einiges-Europa-Scheiß auflösen, bevor es richtig böse wird: Wenn noch ein oder zwei Länder folgen, bricht das ganze Gerüst ein. Dann kann sich Merkel ihren neuerlichen Wirtschafts-Aufschwung sonstwo reinstecken.

Wenn Europa zusammenbricht, haften alle Länder dafür. Und mir fällt gerade kein Euro-Land ein, das nicht schon jetzt extreme Schulden hätte. Und auch generell verstehe ich nicht, warum man deutsche Steuergelder verwendet, um Ländern zu helfen, die sich selbst reingeritten haben.

Die haben damals echt geglaubt, dass die ganze Sache ein Selbstläufer wird und dass es keinerlei Probleme geben würde. Blauäugig, wie Politiker eben sind: Vielen Dank Herr Doktor Kohl!

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