Meine DNS, Deine DNS, unsere DNS

Heute wird der Bundesgerichtshof ein ziemlich interessantes Urteil verkünden, das sogar in einer Behinderung der Strafverfolgung in Deutschland enden könnte. Eine kurze Zusammenfassung: Es gab eine Vergewaltigung. Am Opfer wurden DNS-Spuren gefunden.

Daraufhin wurde ein Massengentest angeordnet, an dem über 2.000 Männer teilnahmen. Weil der Täter mit „ungefähr 25“ angegeben war, ließ man Männer ab 18 antanzen. Man fand DNS, die der des Täters sehr ähnlich war.

Man schloss daraus, dass ein Verwandter der Täter gewesen sein muss und testete auch den – damals 17-jährigen – Bruder. Die DNS passte und er wurde verurteilt. Die Anwälte des (nun darf man ihn so nennen) Vergewaltigers gingen aber in Revision.

Man hätte den Täter anders ermitteln müssen, sagen sie: Bei Gentests soll nur getestet werden dürfen, ob die Vergleichsproben zur Täterprobe passen. Alle weiteren Ermittlungen, die aufgrund dieser Proben gemacht wurden, seien unrechtmäßig.

Stellt Euch das nur mal vor: Ihr wisst aufgrund der ähnlichen DNS, dass der Täter der Verwandte eines Menschen ist, der seine Probe abgegeben hat. Und trotzdem dürftet Ihr den nicht um eine Probe bitten. Wie würdet Ihr das dem Opfer erklären?

Natürlich ist es die Aufgabe von Anwälten, sowas zu fordern. Trotzdem hoffe ich, dass der BGH heute die Revision verwirft. Sonst müssten Ermittlungsbehörden in Zukunft die Hände heben, obwohl sie kurz vor der Ermittlung des Täters stehen.

Die Bestrafung eines Straftäters hat für mich höhere Priorität als das immer wieder gern zitierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

2 Kommentare zu diesem Artikel

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Name: JanB-Punkt  |  Datum: 20. Dezember 2012  |  Zeit: 10:53

Und ich dachte, es geht um Server :-/

Nee, Spaß beiseite. Wird spannend!

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Name: Sebastian  |  Datum: 20. Dezember 2012  |  Zeit: 14:52

ich dachte auch erst geht um technik :)
aber sehe ich genauso. Jemand hat eine Straftat begangen und muss bestraft werden. Dabei sollte (fast) alles getan werden.. fast.. aber das gehört auch dazu.

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