Mord in gerechtfertigten Fällen

Ein Unternehmen sollte in der Außendarstellung eigentlich das Bestreben haben, sich immer in der bestmöglichen Form zu präsentieren. Wie gesagt: Eigentlich. In der Realität ist es dann eher an der Tagesordnung, dass unfähige unwissende Leute ständig dagegenlenken.

Ich habe die 3D-Ansicht eines Floor Displays (Beispiele bei Google), wo ich die Topcard – das ist das Teil, was oben rausschaut und die Werbemitteilung beinhaltet – in Photoshop austauschen soll. Alles kein Problem … wenn ich denn ordentliche Daten vom Kunden bekommen hätte.

Was ich hier als Ausgangsmaterial bekommen habe, war eine JPG-Datei. Diese hat bei 300 PPI* die grandiosen Abmessungen von 20×60 mm. Allerdings ist die in ihrem Leben wahrscheinlich schon kleiner gewesen und wurde dann wieder „hochgezogen“.

Und das ist es, was mich stört: Irgendwer hat definitiv ein 3D-Rendering erstellt, was auch für die Verwendung im Großformatdruck ausreichen würde. Das Bild nimmt jemand und haut es in seine tolle Powerpoint-Präsentation.

Das nimmt dann jemand da raus, baut es in seine eigene PPT ein und die nachfolgenden zwei Leute tun das auch noch so. Und die vierte Powerpoint bekomme ich, um das Bild dort raus zu holen. Dann mein Reflex: Ich frage an, ob ich es größer (= besser) bekommen könnte.

Und jedes Mal ist es unmöglich herauszufinden, woher das ursprüngliche 3D-Rendering stammt, obwohl ja sicherlich irgendwo eine Firma beauftragt und (wahrscheinlich) auch für diese Leistung bezahlt wurde.

Und in der jährlichen Bewertung der Agenturleistung (große Unternehmen tun sowas gern) wird angemosert, dass von uns (sic) oftmals Grafiken in schlechter Qualität geliefert werden. Ja, das verhagelt mir regelmäßig einmal im Jahr die Laune.

Sagen darfste dann natürlich nix, denn das wird dann gleich wieder als Ungehorsam oder sowas angesehen. Warum ist Mord in gerechtfertigten Fällen eigentlich immer noch strafbar?

* Da es hier um Pixel und keine Druckpunkte (Dots) geht, ist die Bezeichnung DPI faktisch falsch.

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