Offener Brief an Ilse Aigner

PERSÖNLICH
Frau Ilse Aigner
Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin

Werbung für Kredite und Finanzierungen

Sehr geehrte Frau Aigner,

ich weiß, dass Sie noch schwer mit dem Dioxin-Skandal beschäftigt sind. Wenn Sie dieses Tief durchgestanden haben, sollten Sie sich unbedingt mal einem Thema widmen, mit dem Sie Ihre Beliebtheit ganz sicher steigern würden:

Wie Sie sicher wissen, überschulden sich im Jahr einige tausend Menschen, weil ihnen durch die Werbung suggeriert wurde, sie könnten jeden Artikel per „bequemem Ratenkauf“ haben oder weil sie glaubten, ein Kredit könne eine kurzfristige finanzielle Notlage lösen.

Ich bitte Sie darum, jegliche Werbung in Radio, TV, Print- und Onlinemedien zu verbieten, die den Verbraucher dazu animiert, Produkte zu kaufen, die er sich in Wirklichkeit nicht leisten kann, weil er sich dadurch ver-/überschulden würde.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie das nicht wollen, weil sich die Verbraucher entmündigt fühlen könnten. Ich darf dazu Urban Priol zitieren: Der mündige deutsche Bürger kauft bei LIDL Bahn-Tickets im Sonderangebot und wartet dann vor dem Supermarkt auf den Zug.

Verschließen Sie nicht die Augen vor der Tatsache, dass die meisten in Deutschland lebenden Menschen keinen oder nur einen sehr niedrigen Schulabschluss besitzen und keine Ahnung von dem haben, was ihnen durch die Werbung suggeriert wird.

Als Ministerin für Verbraucherschutz ist es Ihre Aufgabe, Verbraucher zu schützen. Wie kann es also passieren, dass Bürgern ermöglicht wird, Kredite aufzunehmen, obwohl die Ausgaben jeden Monat die Einkünfte übersteigen? Das muss ein Ende haben.

Desweiteren sollten Sie mit Frau von der Leyen und Herrn Schäuble klären, die Aufnahme von Kleinkrediten bis 2.500,- EUR für Hartz-IV-Empfänger zu untersagen. Es kann nicht sein, dass die vom Staat gewährte Hilfe zum Leben z.B. für Unterhaltungselektronik ausgegeben wird.

Ich würde mich freuen, wenn mein Vorschlag von Ihnen aufgegriffen und umgesetzt wird, was zu einer drastischen Verbesserung des Verbraucherschutzes in Deutschland führen dürfte. Ich möchte übrigens keine finanziellen Dankesbekundungen für diesen Hinweis.

Es reicht, wenn es irgendwann als „NetzBlogR 1“-Reform in den Geschichtsbüchern steht.

Mit freundlichen Grüßen

3 Kommentare zu diesem Artikel

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Name: Ladenblogger|Corey  |  Datum: 24. Januar 2011  |  Zeit: 19:31

da is was dran, da is was dran..

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Name: Ini  |  Datum: 25. Januar 2011  |  Zeit: 09:14

So traurig es ist, aber: Du hast Recht.
Ist dieser Brief nur hier im Blog oder haste den tatsächlich rausgeschickt? ;)

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Name: NetzBlogR  |  Datum: 25. Januar 2011  |  Zeit: 10:32

Ich warte noch, bis Frau Aigner zurückgetreten und ein Nachfolger ernannt ist. Allerdings habe ich Angst, dass es wieder Sperminator Seehofer wird.

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