Prepar3D statt FSX (Erstes Review)

Update 07.10.2015: Inzwischen gibt es Prepar3D in Version 3 und ich habe rund zweieinhalb Jahre nach diesem hier einen neuen Artikel geschrieben, warum es für mich der derzeit beste Flugsimulator ist, den man als Home-Anwender kaufen kann.

Ich habe gestern Prepar3D installiert und den ersten Tests unterziehen können. Kurze Erklärung, was Prepar3D eigentlich ist: Ein Alles-Simulator*. 2006 hat Lockheed Martin die Quellcodes für Flight Simulator X von Microsoft übernommen und die Entwicklung vorangetrieben.

Vorteile: P3D hat Multicore-Support, eine bessere Grafikengine und noch viel mehr. Erstes Fazit nach knapp 2 Stunden Test: Prepar3D gefällt mir! Vor allem, weil es nicht dauernd abstürzt, wie der FSX. Da reichte es, kurz auf die Karte zu schauen, wo man ist – BÄNG! Cockpit weg.

Die Default-Szenerien scheinen – im Vergleich zum FSX – besser geworden zu sein. Zumindest sieht es um Frankfurt herum nicht mehr so steril aus. Allerdings kommt man um den Einsatz von Szenerie-Addons weiterhin nicht herum, wenn man möglichst reale Landschaften will.

Was etwas stört: Wenn man das Programm startet, ist man nicht mehr – wie früher im FSX – auf einer Seite, auf der man Flugzeug, Datum, Ort, Wetter und so weiter wählen kann, sondern direkt im Default-Flug. Dafür gibt es aber Sim Launcher (Version 5.3, die lädt ein Update auf 7.1).

Der hat bei mir allerdings nicht korrekt funktioniert: Ich hatte Schneeregen mit Nebel eingestellt, flog aber bei schönstem Sonnenschein. Wenigstens stand ich auf der ausgewählten Bahn 07R in Frankfurt für einen kleinen Testflug mit der MD-11 von PMDG.

Richtig gelesen: Ich habe es geschafft, das Addon in Prepar3D zu installieren. Allerdings nicht so einfach, wie ich gehofft hatte: Es gibt Anleitungen, nach denen man in den strategisch wichtigen Ordnern Verknüpfungen anlegen muss, die genau so heißen, wie die Ordner für FSX.

Da stieg aber die Installation der MD-11 aus, weil das Setup-Programm noch diverse Einträge in der Registry suchte, die logischerweise nicht da waren. Aber da steckt man nicht den Kopf in den Sand, denn in Estland sitzen ein paar findige Programmierer.

Die haben das FSX to Prepar3D Migration Tool rausgebracht: Das kostet knapp 12 Euro und gibt sich auf Knopfdruck als FSX-Installation aus, um sämtliche Anfragen an P3D umzuleiten. Geniale Sache und die Installation der MD-11 hat ohne Widerrede funktioniert.

Einfach im Sim Launcher alles eingestellt, rein in den Simulator und von Frankfurt nach München geflogen. Keinerlei Auffälligkeiten – mal abgesehen davon, dass ich an den Detail-Settings für die Szenerien rumprobiert habe und einfach keinen Programmabsturz provozieren konnte.

Das war im FSX auch immer ein Krampf: Man hatte vier verschiedene Anlaufpunkte, um Grafik-, Szenerie-, Realitäts- oder Steuerungsoptionen einzustellen. In P3D hat man einen Screen mit Karteireitern und kann alles in einem Fenster abhandeln.

Weil es schon spät in der Nacht war, kam ich leider nicht dazu, Active Sky 2012 zu testen. Laut Foren soll das aber auch super funktionieren. Das braucht man – neben kosmetischen Sachen – auch deshalb, weil in Prepar3D kein reales Wetter aus dem Netz geladen werden kann.

Außerdem will ich mir demnächst noch Ultimate Traffic 2 besorgen, damit ich in der Luft und an den Airports auch reale Maschinen vorfinde. Dauernd im Flugfunk die Default-Airlines „Pacifica“, „World Travel“ oder „Orbit“ zu hören, nervt nämlich gewaltig.

Wenn das alles funktioniert und ich auch mein Yoke System fehlerfrei installiert bekomme, bin ich soweit, dass ich „Tschüss FSX!“ sagen kann. Schon allein wegen der puren Stabilität hat es sich gelohnt, die ,95 USD an Lockheed Martin zu zahlen.

Da stört auch die kleine Einblendung „Academic License“ in der oberen rechten Ecke nicht, ohne die es mal eben 150,- USD teurer wäre. Machen wir es kurz: Wer den FSX benutzt, sollte sich im Netz umschauen, ob seine verwendeten Addons mit P3D laufen und dann den Fuffi ausgeben.

Wer sich immer noch unsicher ist, ob es sich für ihn lohnt, hier die Infos, was Prepar3D neu dabei hat. Und die Changelogs als PDF-Dateien: P3D 1.1, P3D 1.2, P3D 1.3, P3D 1.4

* Es wurde eine sogenannte „Bathymetry“ dazugebaut. Man kann nun also nicht mehr nur mit Fluggeräte oder Autos durch die Gegend jagen, sondern auch mit Schiffen und Booten durchs Wasser schaukeln.

5 Kommentare zu diesem Artikel

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Name: Martin Schneyra  |  Datum: 17. Januar 2013  |  Zeit: 11:29

Alles klar: Ich will Multiplayer und eine F22 für mich, damit ich dir mal ordentlich den Arsch versohlen kann. „Fox Three, Fox Three!“

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Name: MBS  |  Datum: 20. März 2013  |  Zeit: 16:01

Servus!
Danke für deinen blog-Eintrag, genau sowas such´ ich zur Zeit!

Ein Frage hätte ich:
Hast du dein YOKE installieren können und funktioniert es mit P3D einwandfrei?

Stehe selbst noch vor dem Umstieg und hole zZ jede Menge Infos ein um beurteilen zu können, ob ich wirklich wechseln soll oder FSX treu bleiben (was ich nicht wirklich mag seit MS FLIGHT).
Habe selbst das X52 Pro System von Saitek und der einwandfreie Betrieb desselbigen entscheidet maßgebend über ein GO oder NO GO!

2. Frage: Sorgt das Migration Tool dafür, daß ich wirklich JEDES FSX-Addon benutzen kann, oder gibts da auch noch Einschränkungen zu beachten? Hab nämlich knapp 80GB an FSX Scenery + Addons, die würd ich gern weiter verwenden ;-))

THX & Servus!

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Name: Falk  |  Datum: 20. März 2013  |  Zeit: 16:12

Also das Yoke hat perfekt funktioniert. Ich musste nur – wie im FSX auch – die Tasten zuweisen und an einer Nullzone herumschrauben. Ob Dein Stick damit geht, weiß ich nicht. Keine Erfahrungswerte.

Ob das Migration Tool nun wirklich alles abdeckt, kann ich nicht sagen. Das, was ich benutzt habe, hat perfekt funktioniert. Active Sky ist inzwischen sowieso komplett P3D-kompatibel und die MD-11 von PMDG läuft auch.

Ich habe jede Menge Freeware-Szenerien installiert, die kopiert man aber auch wie bei FSX in den Sceneries-Ordner und muss sie dann per Hand hinzufügen. Da hat P3D übrigens den selben Bug wie FSX. Man muss irgendwie in einer bestimmten Reihenfolge im Dialogfeld klicken, damit er es aktiviert. :-)

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Name: moritz  |  Datum: 30. April 2014  |  Zeit: 16:38

Hi! Danke für den kurzen überblick!
ich habe noch eine frage! kann jeder die academic licence kaufen oder muss man dafür an einer uni, etc eingeschrieben sein?
danke schonmal!
lg moritz

Falk Wussow

Name: Falk Wussow  |  Datum: 30. April 2014  |  Zeit: 18:04

Mit der Angabe will sich Lockheed-Martin im Grunde nur absichern, denn ihr Produkt wird nicht zu Entertainment-Zwecken zur Verfügung gestellt: Offiziell muss man Flugschüler sein, um die Academic-Version zu nutzen, aber einen Nachweis will keiner sehen.

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