Reisebericht #FalkFliegt787 (Teil 2: Übernachtung)

Überpünktlich kamen wir an und waren auch recht schnell am Terminal 4S. Das ist ein Satelliten-Gebäude des Terminal 4 und wird vor allem für Flüge aus dem Schengen-Raum genutzt. Riesig langes Teil – da hat der Architekt vermutlich sehr oft auf gewisse Spam-Mails geantwortet…

Doch bevor ich das betreten habe, musste ich natürlich probieren, was die Kabinenbesatzung sagt: Ich fragte die nette Flugbegleiterin, ob ich ganz kurz mal im Cockpit vorbeischauen dürfte. Der First Officer hatte gleich Feierabend, also war es für ihn okay und so…

Highlight der Reise war natürlich die Nummer in Madrid. :-) #FalkFliegt787

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Ich hätte auch ein paar Fotos machen dürfen. Leider war es sogar für mein 1.8er-Objektiv viel zu dunkel, sodass ich nach zwei Versuchen abgebrochen habe: Verwackelte Fotos kann ja jeder. Wir haben uns noch etwas unterhalten und ich erfuhr, dass CC-BGD den Rückflug macht.

Ich hatte insgeheim auf CC-BGE gehofft, denn die Maschine war erst zwei Wochen zuvor an LAN übergeben worden. CC-BGD ist zwei Wochen älter. War also nicht ganz so tragisch – ich musste auch nicht weinen. Wir verabschiedeten uns und ich ging meines Weges.

Madrid, Terminal 4S

Man braucht übrigens rund 10 Minuten, nur um vom Ankunfts-Gate bis zum Ausgang in der Mitte des Gebäudes zu kommen. Von da aus muss man noch vier Etagen per Rolltreppe oder Aufzug in den Keller fahren, um die U-Bahn zu kriegen, die 5 Minuten zum Terminal 4 fährt.

Dort findet die Gepäckausgabe statt. Ich hatte jedoch keins, denn ich hatte geplant, dass ich auch ohne Hotel auskommen kann. Eine Nacht an einem unbekannten Flughafen in einer unbekannten Stadt, in der Leute eine Sprache sprechen, die ich nicht verstehe. Toller Plan, ne? :-)

Madrid Airport nachts um halb 1

Zuerst wurde die Frau per SMS über meine geglückte Ankunft informiert und direkt danach wurde das WLAN ausprobiert. Ich bin in Frankfurt ziemlich verwöhnt worden, denn…

30 Minuten WLAN gratis. Ich hasse Madrid schon jetzt. Ich war allerdings auch nicht deshalb hier. ;-) 13.09.2015

Im öffentlichen Bereich war natürlich nichts mehr offen. Bis auf McDonald’s und die Toiletten. Außerdem schliefen überall Leute in Schlafsäcken. Ein Asiate hier, an einer anderen Ecke zwei Afrikaner. Wieder etwas weiter schmuste ein Mann mit seiner Frau/Freundin/Bekanntschaft.

Ich überlegte auch schon, aber nachdem ich einen Penner rumlaufen sah, war die Idee für mich gestorben: Ich lege mich bestimmt nicht schlafen und lasse meine Tasche mit zwei Spiegelreflex- und einer Videokamera unbeaufsichtigt neben mir stehen. In Spanien. Nachts.

Ich weiß, das klingt rassistisch, aber in Deutschland wäre mir mindestens genauso unwohl. Also streunerte ich noch etwas herum und schaute etwas aus den Seitenfenstern des Terminal 4. Da war weniger los als im Schlafsack des Pärchens, das mittlerweile rumfummelte.

Ziemlich nichts los, nachts in Madrid. #FalkFliegt787

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Die Tücken der Technik

Also dachte ich mir, ich gehe einfach wieder in den Sicherheitsbereich. Da dürfen ja nur Leute hin, die für ein Ticket bezahlt haben und sind deshalb nicht scharf darauf, meine Technik zu Kohle zu machen. Also das eTicket auf dem Smartphone geöffnet und ran an die Gatter.

Mööööööööp! Rotes Licht, schriller Warnton. Huch? Also habe ich das Handy einfach nochmal auf den Scanner gehalten. Mööööööööp! Rotes Licht, schriller Warnton. What the…? Handy nochmal auf den Scanner gehalten. Ich habe die Nummer fünfmal probiert.

Zur Sicherheit hatte ich mir die Bordkarten ausgedruckt. Man weiß ja nie, wann einen die Technik verlässt und genau das war so ein Moment. Den Ausdruck (mit Strich- statt Aztec-Code) wollte er aber auch nicht lesen. Zum Glück kam gerade ein Airport-Security-Mensch vorbei.

Den habe ich auf englisch angequatscht. Da er aber wie ein umgekipptes Fahrrad guckte, war mir klar, dass er kein Wort verstand. Er holte aber eine Dame von der Personenkontrolle ran. Die hat zwar auch nur wenig Englisch verstanden, akzeptierte aber meine Bordkarte.

Unter uns: Security-Leute, die nur ihre Muttersprache verstehen, sind eine Fehlbesetzung. Aber vermutlich kosten die weniger. Als ich meine Kameras in die Wanne fürs Röntgen legte, fragte sie mich noch „Photographer?“ und ich antwortete „Just a hobby.“

Ich denke, das war kein spanischer Fluch oder sowas, denn ich durfte reibungslos passieren. Ich war offenbar der erste seit Stunden, der da hinkam, daher waren alle ziemlich gelassen.

Suche nach einem Schlafplatz

Nun war ich also im Sicherheitsbereich. Ich ging wieder in den Keller und stieg in die U-Bahn in Richtung Terminal 4S. Dort musste ich wieder durch die Passkontrolle – Ihr erinnert Euch: Der Flug gilt offiziell als Internationaler Flug außerhalb Europas.

Da der Flug erst 15 Stunden später sein sollte, stand im Airport-System natürlich noch nicht, dass er wirklich von Terminal 4S abfliegt. Ich erklärte dem etwas finster dreinschauenden Mann in dem Glas-Kabuff, dass der Flug immer von da geht. Er ließ mich mit einem Augenrollen durch.

Jetzt war ich endlich wieder in diesem ewig langen Terminal und suchte nach einer Gelegenheit, wo ich mich niederlassen könnte. Gab es aber nicht, denn die Bänke hatten zwischen jedem Sitzplatz eine Armlehne. Also blieb nur, minutenweise mit hängendem Kopf einzunicken.

Ich schaute etwas aufs Vorfeld, wo drei Maschinen standen und machte kurz die Augen zu. Als ich sie wieder aufmachte, waren plötzlich alle fort. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich 30 Minuten weg war. Immerhin etwas Schlaf. Und noch 13 Stunden bis zum Rückflug.

Fortsetzung folgt…

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