Wie egal mir die US-Wahl 2012 war

Was erwartet Ihr? Einen Lobgesang auf Obama? Ist doch Wurscht, wer gewonnen hat: Unter Romney hätte sich für uns doch absolut nichts geändert: Keiner der beiden kann was an den von uns zu zahlenden Steuern ändern. Oder an den Krankenkassenbeiträgen.

Oder wie oft ich Sex mit meiner Frau habe. Oder wie oft Ihr fremdgeht. Keiner der beiden kann uns das Auto wegnehmen. Oder Kaffee kaufen, wenn er alle ist. Oder Eurer besten Freundin die Haare halten, wenn sie rotzbesoffen neben die Kloschüssel reiert.

Es hätte sich für uns lediglich eine kleine Nebensächlichkeit geändert: In den Nachrichten würde es nicht „Präsident Obama“ sondern „Präsident Romney“ heißen. Das wär’s aber auch gewesen. Also kommt wieder runter von Eurer Partystimmung:

Da hat ein reicher Blender viel Geld ausgegeben, um mehr Stimmen zu bekommen als ein noch reicherer Blender. Und Ihr jubelt, dass das Volk gegen einen aus dem Finanzadel gewonnen hat. Unter uns: Obama verdiente vor seiner Wahl 2008 mehr als Peer Steinbrück mit Reden.

Aber das könnt Ihr natürlich nicht wissen, denn Ihr guckt ja lieber Unterschichten-Dokus wie z.B. Bauer sucht Frau oder Berlin, Tag und Nacht und merkt gar nicht, dass Ihr sogar dort verarscht werdet. Also kümmert Euch lieber wieder um Dinge, die Euer Leben betreffen.

Zum Beispiel einen Job suchen, damit ich nicht Euren 47″-Fernseher bezahlen muss.

2 Kommentare zu diesem Artikel

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Name: Christian  |  Datum: 7. November 2012  |  Zeit: 10:15

Uh, das nen ich mal innovativ, mal was anderes als der typische „Wieso das iPhone viel besser als alle Android-Handys ist!“, Applaus, Applaus. Und beim schreiben ganz zu verdrängen das die Außenpolitik Amerikas doch so einen klitzefitze kleinen Einfluss auf Deutschland, deren Export und Import und den damit zusammenhängenden Umsätzen und politischen Entscheidungen hat, Bravo, das muss man erstmal können, und dabei noch im selben Absatz auf die bildungsferne Unterschicht zu klopfen, achtung achtung.

Ist ja auch nicht so das Romney Europa als sozialistischen Kontinent ansieht, weil Russland, Romneys persönlicher Erzfeind, hier beheimatet ist, und wir für ihn generell gegen alles stehen was er vertritt. Sozialstaat scheisse usw, das hätte sich sicherlich super auf die Beziehungen zwischen den Ländern ausgewirkt, zumal Herr Romney evtl. mal wieder nach Öl gebombt, äh, gesucht hätte und die Bundeswehr am Ende hätte wieder beim aufräumen helfen dürften…

Zugegeben, für den Sex mit deiner Freundin wird die Entscheidung sicherlich wenig Einfluss haben, und vielleicht sogar auf die Sache mit dem Kaffee, aber das diese Entscheidung so gar nichts zu bedeuten hat… mhm, vielleicht solltest du ja doch mal Berlin Tag & Nacht anschauen ;)

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Name: Falk  |  Datum: 7. November 2012  |  Zeit: 10:26

Erstmal: Danke für den Kommentar. Zweitens: Willkommen in der Kategorie „Satirisches“. Aber egal. Auf den einzelnen von uns hat es trotzdem fast keinen Einfluss, wer da drüben die Außenpolitik macht, wen er als seinen Feind betrachtet oder wo er gerade nach Öl sucht.

Jeder Hundehaufen auf dem Fußweg ändert mehr an meinem Leben als ein US-Präsident.

Wir Deutschen haben zwei Weltkriege verloren. Allein das versetzt uns in die wunderbare Lage, dass wir unter deren Fuchtel stehen und nie wirklich etwas unvoreingenommen entscheiden können. Da würde auch ein Präsident Romney nichts dran ändern.

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