Wir machen Panik mit Atom

„Womit könnten wir denn die Menschen morgen mal verängstigen?“ fragte der Chefredakteur. Alle schwiegen, weil sie keine Idee hatten. Plötzlich: Das Faxgerät piepste und spuckte zwei Seiten Pressemeldung aus. Er sprang sofort auf – vielleicht ist was schönes schlimmes passiert.

Drin stand, dass die Krebserkrankungen in der Gegend, in der das angedachte Atommüll-Endlager Asse angesiedelt ist, über dem Durchschnitt liegen sollen: „Moment! Atommüll? Krebs? Asse? Männer, wir haben unsere Story!“

So ungefähr muss es wohl in allen Redaktionen von Abendblatt über BILD und FAZ, bis hin zur Zeit abgelaufen sein. Doch worin liegen die Ursachen? Ist wirklich das Atommüll-Lager schuld? Leute, schnallt Euch an! Ihr werdet es nicht glauben: Man weiß es nicht.

Das Problem ist nämlich, dass die Krebserkrankungen erstmal nur Zahlen darstellen. Die stammen aus einer anonymen Statistik. Im Moment weiß noch gar keiner, wie die Krebskranken leben, was sie beruflich machen bzw. gemacht haben, und…

… ob sie überhaupt in der Nähe wohnen, weiß man auch noch nicht. Es könnte also purer Zufall sein, dass ausgerechnet dort die Zahl der Leukämie-Fälle bei Männern mehr als doppelt so hoch ist und Schilddrüsenkrebs bei Frauen dreimal mehr vorkommt.

Vielleicht haben aber auch nur viele Radiologie-Schwestern einen Mann geheiratet, der in einem Forschungs-Labor arbeitet und die sind dann zufällig alle in den selben Landkreis gezogen? Aber wie kann ich nur an so unwahrscheinliche Sachen denken?

Natürlich ist der Atommüll schuld! Wer sollte es sonst sein? Das ist ein ungeschriebenes Gesetz! Genau, wie dass bei Autounfällen mit weiblicher Beteiligung immer die Frauen Schuld sind.

Ein Kommentar zu diesem Artikel

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Name: Basti  |  Datum: 26. November 2010  |  Zeit: 16:05

Mein Reden, Atomkraft verteufeln aber Wifi Netze ausbauen, überall 3G haben wollen und Gurken in Plastikfolien kaufen…

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